Wenn man zum ersten mal etwas von der deutschen Schülerakademie hört, mag man womöglich erst nur an weitere stressige Schultage denken und besonders in den Sommerferien mögen sich viele davon fernhalten wollen. Die deutsche Schülerakademie ist aber weit mehr als das – es ein Ort wo Kreativität und Begabung gefördert werden und unendlich viele schöne Erinnerung entstehen. Am vorletzten Schultag vor den Sommerferien begann meine Reise bereits nach dem ersten Vogelgezwitscher, um sechs Bundesländergrenzen zu durchqueren und nach vielen Staus am Schlossinternat in Torgelow am See anzukommen. Nach dem Einräumen der Koffer und dem Abendessen, hatte ich auch meine erste Kursstunde im Kurs 2.2 „Mikrobenplanet“, wo sich die 16 Teilnehmenden bereits etwas kennenlernen konnten. Allein die Kursatmosphäre, unsere Kursleiter Sebastian und Tobias und der Wissensdurst der anderen machte alles interessanter. Praxis und Theorie wurden stark vermischt und es gab keinen langweiligen Moment. Wir hatten als Akademie das große Glück, dass wir direkt am See untergebracht waren. Das bedeutete natürlich, dass wir als Forschungsteam des Biologiekurses den Biofilm und das Freiwasser auf Vorkommen verschiedenster Mikroorganismen untersuchen konnten: von kleinen Protisten bis hin zu Kieselalgen und Cyanobakterien. Um alles festzuhalten mussten wir natürlich unser Laborbuch führen, um den Überblick der vielen Versuche festzuhalten. Eine Akademie besteht aus vier bis sechs Kursen mit jeweils 14-16 Teilnehmenden und zwei Kursleitenden. Wir, die Teilnehmenden, hatten im Frühling die Gelegenheit verschiedene Kurse auszuwählen, um letztlich einem Kurs zugeteilt zu werden mit einer Gesamtdauer von ca. 50 Stunden. Außerdem wurde bei vielen Themen mit Reviews gearbeitet, unter welchen man Übersichtsarbeiten zum aktuellen Forschungsstand versteht. Trotz des hohen Anspruchs, meisterten wir das ganze schon nach dem zweiten Durchgang und bekamen selbstverständlich auch Hilfe von unseren Kursleitern. Abgesehen vom Züchten und Analysieren von Bakterienkolonien, haben wir unser „Akademie-Journal“ auf dem Laufenden gehalten, indem wir wissenschaftliche Artikel zu ausgewählten Kursthemen verfasst haben. Meine Laborpartnerin und ich haben uns für die Biolumineszenz entschieden und viel über die chemischen Abläufe des Leuchtens des Hawaiainschen Zwergkalmar Euprymna scolopes berichten können. Das Verfassen und die Abgabe des Artikels war meiner Ansicht nach der schwerste Teil der Akademie, da man viel Feedback von den Kursleitern erhalten, die Teils Dozenten an der Universität sind. Damit musste man sich starken Intellektuellen Herausforderungen stellen und oft auch an anspruchsvollen Themen arbeiten – oft auf dem Niveau von Hochschulstudiengängen in den ersten Semestern.
Um auch außerhalb der Kurse in einen regen Austausch zu kommen wurden zahlreiche KüAs – Kursübergreifende Angebote – zur Auswahl gestellt, die jeden Morgen im Plenum sowohl von Akademiekursleitern als auch Teilnehmenden angeboten wurden. Darunter befanden sich viele Sportaktivitäten wie beispielsweise Tennis-, Fußball-, Badminton- oder Volleyballspiele, Italienischkurse, einen (meiner Meinung nach) qualvollen 11,4 km langen Laufweg um den See um 6:00 Uhr morgens aber auch Theaterstunden, Tanzangebote zu Tango und Walzer oder Kampfsportarten. Nicht zu vergessen: die nächtlichen Lagerfeuer am See mit Gitarrenbegleitung und einem guten alten Werwolfspiel. Außerdem fanden am sechsten Tag verschiedenste Exkursionen statt: Wandern, Radfahren, das Erkunden des stillgelegten Greifswalder Kernkraftwerkes, die Möglichkeit sich geschichtlich in Ravensbrück zu bilden und zu guter Letzt: die Fahrt nach Rostock und für alle, die sich nicht für Kunstbanausen halten, natürlich ein Kunstmuseumsbesuch! Natürlich ging ich voller Begeisterung nach Rostock und dort erhielten wir auch eine Stadtführung von einem Local – einem Kursleiter, der dort früher gelebt hat. Mittags hatten wir dann die Zeit die Stadt auf eigener Faust zu erkunden und etwas bummeln zu gehen, während die anderen 60 Kilometer mit dem Rad zurücklegten. Um weiter nach Warnemünde ans Meer zu kommen, trafen wir uns am Zug und genossen nach etwa 35 Minuten Zugfahrt die kühle Meeresbrise. Was (oder besser wen) viele natürlich unterschätzt hatten: die Möwen! So hungrig wie sie dort sind, wurden manchen vom weißen Gefieder das Eis oder sogar der leckere Backfisch gestohlen und verspeist. Nach einer Partie Volleyball und langem Sonnentanken, fuhren wir abends wieder zum Schlossinternat wo reichlich gegrillt wurde. Zur Förderung unser sportlichen Leistung und Motivation hatten wir selbstverständlich auf dem perfekt geeigneten Gelände ein Sportturnier und am vorletzten Abend ein Konzert, bei dem ich selbstverständlich solistische Stücke vorgespielt habe und mit unserem Chor etwas vorgesungen habe. Der Tag der Zukunft bat auch jedem die Möglichkeit die Akademiekursleiter zu ihrem beruflichen Werdegang Fragen zu stellen, da sie außerhalb der Akademie entweder ein Studium in Mathematik/Physik, Biologie oder der darstellenden Kunst absolviert haben, ein FSJ im Zirkus ein Teil ihrer Laufbahn war oder sie einfach grundlegende Informationen zur Abizeit, Stipendien oder Gap Years geben können.
Anschließend kommen wir zu einem der wichtigsten Themen. Wer sich um bei solchen Fahrten um das Essen sorgt: keine Panik. Beim Essen wurden wir von der Küche verwöhnt. Jeden Morgen gab es ein Frühstücksbuffet und Mittag- und Abendessen waren immer warm und jeden Tag anders. Unser Menüplan wurde jeden Morgen mit offenen Mündern bewundert. Um den Tag zu überstehen, durfte die Kaffe-, Tee- und Kuchenpause von 16:00 bis 16:30 Uhr auf gar keinen Fall fehlen, den die niedlichen Torten, die man auf dem Balkon mit Seeausblick verspeiste, versüßten einem den Nachmittag (#richtigesUrlaubsfeeling). Vom ersten Abendessen bis hin zu den vergossenen Abschiedstränen am Abreisetag war keine Minute vergangen, in der man Sorge oder Langeweile verspürte. Die verschiedenen Kursübergreifenden Angebote zu Sport oder einem DJ-Crashkurs, die Kursatmosphäre, das Wissen, die Laborarbeit, die Sonnenuntergänge auf dem Stand-Up-Paddle mitten auf dem See & vor allem die Menschen dort sind nur wenige aufgezählte Gründe, weshalb mir jeden Morgen ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert wurde. Jeder der die Gelegenheit dazu erhalten sollte für die Deutsche Schülerakademie vorgeschlagen zu werden oder daran teilzunehmen, sollte sie definitiv nutzen, denn es waren zwei unvergessliche Wochen für mich. Nichtsdestotrotz kann ich nicht garantieren, dass man auf genauso tolle und besondere Menschen trifft, wie die in der Deutschen Schülerakademie Torgelow 2026! Ich danke den Lehrern, die mich für das Programm vorgeschlagen haben und die Empfehlung ausgesendet haben!
Text: Mira K.
Fotos: Florian F.











