Nach unserem Schulbesuch am Donnerstag und dem Videoworkshop am Freitagvormittag besuchten wir nachmittags, passenderweise am Tag des historischen Stadtjubiläums, Tallinns Altstadt. Bei einer abwechslungsreichen Stadtführung, die mit allerlei Geistergeschichten und zahlreichen Berichten über Exekutionen und andere Todesarten „gewürzt“ war, lernten wir zahlreiche Schauplätze von Tallinns Stadtgeschichte kennen, die immer wieder auch geprägt war von den großen Umwälzungen der europäischen Geschichte. Besonders der Stadtführer wusste mit seinen teils lustigen, teils morbiden Anekdoten unser Schüler:innen zu überzeugen.
Am Samstag ging es früh morgens nach Tartu, welches die zweitgrößte Stadt Estlands und eine berühmte Kultur- und Universitätsstadt ist. Hier besuchten wir zuerst das „Upside-Down-House“ und hatten Spaß bei der Auswahl der besten Fotomotive. Anschließend wurden wir im Rahmen einer Führung und eines Workshops mit der estnischen Nationalgeschichte vertraut gemacht und erfuhren interessante Fakten über Familien- und Schutzzeichen sowie ihre Rolle in der estnischen Kultur. Sie finden sich z.B. bis heute in den traditionellen Textilmustern der Landbevölkerung und auf den Inseln. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten dann ihre eigenen Kochutensilien mit den zuvor kennengelernten Zeichen oder anderen kreativen Symbolen.
Bei der anschließenden Stadtführung standen das studentische und kulturelle Leben in Tartu im Vordergrund. Die europäische Kulturhauptstadt ist geprägt von einer reichen und langen Geschichte der größten Universität Estlands und dem zugehörigen studentischen Leben in der Stadt. Neben den wichtigsten Orten wurden uns auch einige typische Bräuche und Rituale der Studenten in der Stadt vorgestellt. Dazu trug bei, dass die Stadtführung von zwei sympathischen Studierenden der Universität Tartu durchgeführt wurde.
Am Sonntag verbrachten die Schüler:innen Zeit in den Familien beim Kart-Fahren, Paddle-Tennis, verschiedenen Ausflügen in die Umgebung oder einfach Quatschen.
Heute, am vorletzten „richtigen“ Tag in Saku, wanderten wir am Vormittag im teils sumpfigen und teils sandigen Kiefernwald, einem Naturschutzgebiet um Saku. Wir fanden Spuren der Vergangenheit aus der Zeit der Hanse und der Weltkriege und lauschten den Vögeln bei einem stillen Abschnitt der Wanderung.
Heute muss auch unsere Videoprojektarbeit zum Abschluss kommen, da wir morgen früh die Abschlusspräsentationen vortragen und anhören werden. Abends steht dann die Abschlussfeier auf dem Programm.
Wir freuen uns auf unsere letzten Tage hier in Estland und fangen schon an es zu vermissen!
Redaktion und Fotos: M. Voß und B. Berghoff














