Am vorletzten Tag unserer Klassenfahrt machten wir uns zu Fuß (immerhin über 7 Kilometer!) auf den Weg zum Museum „Windstärke 10“. Der Name war dabei durchaus Programm: Besonders auf dem Deich blies uns der nieselangereicherte Wind so kräftig entgegen, dass wir einen kleinen Einblick in das norddeutsche Schietwetter erhielten.
Im Museum erfuhren wir während einer spannenden Führung viel über Schiffsunglücke, Seenotrettung und die harte Arbeit auf den früheren Fischdampfern. Anschließend erkundeten wir die Ausstellung auf eigene Faust und erwarben durch das Lösen kniffliger Aufgaben unser Kapitänspatent „A, B und C und die 6“. Dank zahlreicher Filme, Hörstationen und Mitmachangebote war das Ganze deutlich spannender, als das Wort „Museumsbesuch“ zunächst vermuten ließ.
Danach zog es uns in die Cuxhavener Innenstadt, wo wir uns den wirklich wichtigen Dingen widmeten: Pizza, Döner, Eis und Waffeln. Für den Rückweg konnten die Kinder zwischen Bus und Fußmarsch wählen. Einige nutzten noch einmal die Gelegenheit, an der Küste entlangzugehen und einen letzten Blick auf das Meer zu werfen.
Zurück in der Jugendherberge wartete mit dem Kofferpacken eine der größten Herausforderungen der gesamten Klassenfahrt. Herrschten am Montag noch Ungewissheit und ein wenig Heimweh, so überwog nun mehrheitlich das Bedauern darüber, dass die gemeinsame Zeit schon wieder vorbei war. Die Klassen sind in den vergangenen Tagen deutlich enger zusammengerückt – und offenbar passen tatsächlich mehr Freundschaften und Sandkörner als Kleidungsstücke in einen Koffer.
Zum Abschluss verfolgten 120 (von 83 Millionen) kleine(n) Kloppos das Deutschlandspiel auf der großen Leinwand im Speisesaal. Gemeinsam wurde frenetisch „Deutschland, Deutschland“ skandiert, gezittert und jede Schiedsrichterentscheidung selbstverständlich vollkommen objektiv und geräuscharm bewertet. Am Ende mussten wir uns zwar mit einem Unentschieden begnügen, der großartigen Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch. So endete unsere Klassenfahrt zwar ohne deutschen Sieg, aber mit vielen schönen Erinnerungen – und sie hätte gerne noch ein paar Tage länger dauern dürfen, was sicherlich auch die Lehrkräfte so unterstreichen.
Wz


