Stolpersteine

Wenn Steine sprechen…

Marl 1938. Berthold Boldes erinnert sich.

Die Gedenksteine vor dem Haus 12 A in der Hülsstraße werden oft übersehen. Dennoch haben sie eine Geschichte zu erzählen – eine deutsche Geschichte.
Der Kölner Künstler Gunther Demnig hat in Marl-Hüls diese „Stolpersteine“ – wie er sie nennt – verlegt, um an das Ehepaar Rudolf und Paula Boldes zu erinnern, das von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager ermordet wurde.
In den 20er und 30er Jahren betrieb die Familie Boldes in Hüls ein eigenes Möbel- und Haushaltswarengeschäft mit Tischlerei. Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 mussten die letzten jüdischen Familien Marl verlassen und in ein spezielles Haus in Recklinghausen übersiedeln – eine Vorstufe zu ihrem Abtransport in die Konzentrations- und Vernichtungslager im Jahre 1942.
In vielen deutschen Städten erinnern solche „Stolpersteine“ an die individuellen Spuren jener Menschen, die im 3. Reich von brutalen und menschenverachtenden Nazi-Terror systematisch verfolgt und ermordet worden sind – wegen ihrer Rasse, ihrer politischen oder religiösen Überzeugungen oder wegen ihrer sexuellen Neigung.
Das Gymnasium im Loekamp hat im Jahr 2007 die Patenschaft über die Gedenksteine in Marl-Hüls übernommen und arbeitet dabei eng mit dem Skulpturenmuseum der Stadt Marl und der Volkshochschule DIE INSEL zusammen.

Redaktion: A.Diehl